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3. Tag Kontingenteinsatz in RLP
Nachricht vom: 22.07.2021
Verfasser: Armin Lerch

Aufstehen kurz nach 5 Uhr, Frühstück um 6:30 Uhr und dann ging es gleich an der überschwemmten Schule von gestrigen Tag weiter. Unsere Stockstädter Kammeraden hatten zusammen mit Kräften der Feuerwehren Waldaschaff, Karlstein und Schöllkrippen den Auftrag die Schule vom Wasser zu befreien.

Es ist kaum zu glauben, aber auch nach einer Woche stehen immer noch etwa 2.500 m³ Wasser und Schlamm in dem Gebäude. Gut, dass unser Verband große Schmutzwasserpumpen dabei hat. Damit wurden in der Minute ca. 10.000 Liter Wasser aus dem Gebäude gepumpt. Über eine 300 Meter lange Schlauchleitung gelangte das Wasser dann in die Ahr. Dort wiederum standen Feuerwehrpumpen, die halbwegs sauberes Wasser aus der Ahr in andere Keller hinein pumpten, um damit Schlamm zu lösen. Dieser wird dann wieder mit Schmutzwasserpumpen in die Ahr zurückgepumpt.

Um sich in der verwinkelten Schule besserzurechtzufinden, sind unsere Kammeraden auf die Suche nach Feuerwehrplänen gegangen. Diese Objektpläne mit Grundrissen der Gebäuden sind überall in Schulen vorgeschrieben. Und tatsächlich konnten die Pläne ausfindig gemacht werden. Sie waren eine gute Hilfe bei der Orientierung im Gebäudekomplex.

Ist das Wasser abgepumpt, bleibt immer noch eine Schicht Matsch in den Trümmern zurück, die mit Pumpen nicht mehr abgetragen werden kann. Hier kommen, wenn verfügbar, Saugfahrzeuge zum Einsatz. In der Schule war die Beseitigung des Schlamms Aufgabe der Bundeswehr. Dazu wurde alles Gerät eingesetzt was irgendwo zu greifen war. So wurden im Treibgut herrenlose Mülltonnen gefunden, die sich sehr gut zum Abtransport des Schlamms eigneten. Zur Beseitigung größerer Trümmer fuhr auch schon mal ein Minibagger durch die Klassenräume. Allerdings wurden auch wertvolle Dokumente und Schulunterlagen durch die Soldaten geborgen und gesichert.

Der Schlamm ist aktuell die größte Herausforderung. Trocknet er, wird er hart wie Beton und zerstört alles, woran er haften bleibt. Der feuchte Schlamm steht noch überall in den Straßen. Die Einsatzfahrzeuge, Einsatzkleidung, Stiefel, Schläuche und Ausrüstung, alles ist voll schwerem, braunen Schlamm. So ist es kein Wunder, dass wir uns eine Schraube in einen Reifen des Einsatzfahrzeugs gefahren hatten. Ein Auto-Tuner in der Nähe unserer Unterbringung konnte helfen, spontan hat er den Reifen kostenlos repariert und der Einsatz konnte weiter gehen.

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Die Feuerwehr Stockstadt ist mit einem Fahrzeug und drei Feuerwehrmännern mit dem Kontingent des Landkreises Aschaffenburg im Landkreis Ahrweiler im Einsatz. Hier berichten wir über die Erlebnisse, Eindrücke und Tätigkeiten unserer Stockstädter Kammeraden.
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Pressemitteilung der Kreisbrandinspektion zur Gesamtsituation des 3. Tages:

Auch heute (Mittwoch, 22.07.2021) machten sich die Einsatzkräfte aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg nach dem Frühstück wieder auf den Weg in ihre zugewiesenen Einsatzabschnitte in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hier war die Aufgabe weiterhin das Ausräumen von Kellern sowie das Beseitigen von Wasser und Schlamm. Bei den Tätigkeiten unterstützten Saugwagen verschiedener Firmen die Feuerwehr. Vor allem das Untergeschoss einer Schule beschäftigte die Einsatzkräfte heute über längere Zeit. Der Keller der Bildungseinrichtung mit einer Größe von ca. 1600 m² stand teilweise bis zu drei Meter unter Wasser und musste ausgepumpt werden. Bevor die Tätigkeiten der Feuerwehr beginnen konnten, begutachtete unser Fachberater Bau (Michael Reising Feuerwehr Großostheim) das Gebäude begutachten und bewertete die Einsturzgefahr.

Zusätzlich wurde heute mit vier Wechselladerfahrzeugen der Feuerwehr Schutt und Sperrmüll aus den Straßen abgefahren. Für die Beladung der Mulden kamen unter anderem ein Teleskoplader der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und ein Radlader des THWs zum Einsatz.

Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing besuchte zusammen mit dem Katastrophenschutzsachbearbeiter der Stadt Aschaffenburg Michael Steiner heute Morgen die Einsatzkräfte im Krisengebiet. Das Stadtoberhaupt verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Tätigkeiten der Feuerwehr, dankte für deren unermüdlichen Einsatz und überbrachte Grußworte. Für den heutigen Abend hat sich der Verbandsvorsitzende des LandesFeuerwehrVerbandes Bayern Johann Eitzenberger bei der Mannschaft angekündigt.

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Kontingenteinsatz