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Starkniederschläge - Schutzmaßnahmen
Nachricht vom: 02.08.2013
Verfasser: Dirk Ohler

Pressemitteilung Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vom 01.08.2013

Extremhitze, Gewitter und Starkniederschläge mit Sturzfluten – was können Bürgerinnen und Bürger tun?

Gewitterbild (Flickr CC - wege7)

Nach langer und extremer Hitze kommen Gewitter mit Unwetter, Starkniederschlägen und Sturzfluten schnell und unvermittelt. Am vergangenen Wochenende haben viele Bürgerinnen und Bürger z. B. im Raum Stuttgart das leidvoll erfahren und eine ähnliche Wetterlage wird für das kommende Wochenende erwartet. Wer für ein solches Ereignis vorbereitet ist, kann Schäden verhindern oder minimieren. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Hinweise zur Vorsorge.

 

Nach schwülen und heißen Tagen liegen sehr oft nur wenige Augenblicke zwischen herrlichem Sonnenschein und plötzlich auftretenden sintflutartigen Regenfällen, meist noch verbunden mit Gewitter und Zentimeter großen Hagelkörnern. Sturzfluten können dabei eine Folge sein, sie können überall und jederzeit passieren, auch wenn kein Bach in der Nähe ist.

 

Jede noch so leichte Hanglage kann dazu führen, dass die Wassermassen auf ein Gebäude zuströmen. Jede Muldenlage wird zwangsläufig dazu führen, dass sich das Regenwasser dort sammelt und schnell eine gefährliche Höhe annehmen kann. Auch auf ebenen Straßen kann es durch Rückstau im Kanalsystem zu Überschwemmungen kommen. Die Entwässerungskanäle sind in der Regel nicht auf Sturzfluten ausgelegt.

 

Deswegen können die Regenmassen bei Sturzfluten auch nicht über das Kanalsystem abgeführt werden. Im Gegenteil: An tiefer gelegenen Stellen quillt das Kanalwasser, das von höheren Lagen her kommt, massiv aus den Kanalschächten heraus und führt zu zusätzlichem Wassereintrag in tieferen, ohnehin schon kritischen Lagen Brückenbauwerke in der Nähe oder Einengungen könnten einen Rückstau auf das eigene Gelände verursachen. Sehr nah stehende Bäume können bei einem Unwetter zu einer Gefahr für Haus und Hof werden.

Was können Bürgerinnen und Bürger für ihre Sicherheit tun? Jeder sollte sich die Zeit nehmen, um über die persönlichen Vorsorgemaßnahmen nachzudenken und zu handeln.


Das BBK gibt Hinweise zur vorsorglichen baulichen Sicherheit gegen Sturzfluten:

  1. Rückstausicherungen verhindern, dass Kanalwasser in das Gebäude dringt. Deswegen den Abwasserkanal im Haus kontrollieren; sollte keine Rückstausicherung vorhanden sein, unbedingt einbauen lassen und deren Funktionsfähigkeit regelmäßig kontrollieren.
  2. Alle Eingangsbereiche mindestens 15 – 20 cm höher als die umgebende Geländeoberfläche legen. Wenn das aus bestimmten Gründen nicht machbar ist, direkt in unmittelbarer Nähe eine ausreichende Anzahl von Sandsäcken, Dammbalken oder Schaltafeln, die in senkrechten Führungsschienen eingeschoben werden sollten, griffbereit vorhalten.
  3. Kellertreppen oder Zugänge zu Souterrainwohnungen sollten genauso gesichert werden; ebenso gilt dies für bodenbündige Fenster.
  4. Ebene Terrassentüren müssen dicht sein und mit den Fensterelementen dem Wasserdruck standhalten können. Durch genügend breite Abflussmöglichkeiten ist darauf zu achten, dass Terrassen nicht ähnlich wie Rückstaubecken volllaufen. Alles Wasser sollte möglichst weit weg vom Gebäude geführt werden.
  5. Lichtschächte mindestens 15 cm aufstocken. Wenn Dachrinnen oberhalb von Lichtschächten sind, diese Lichtschächte zusätzlich abdecken. Überschwappendes Wasser, das von den Dachrinnen nicht aufgenommen werden kann, stürzt sonst direkt in die Lichtschächte hinein. Lichtschächte sollten genügend tief sein und entwässert werden können.
  6. Garageneinfahrten können ein Einfallstor für Wasser direkt von der Straße her werden. Deswegen nicht schwellenlos tiefer führende Garageneinfahrten an das Straßen- bzw. Fahrbahnniveau anbinden. Eine Schwelle von mindestens 15 cm sollte verhindern, dass das Wasser von der Straße direkt in tiefer gelegene Garagen, und von da aus in andere Räume des Hauses gelangen kann. Mit Dammbalken oder unten geschlossenen Toren kann ein ähnlicher Effekt erzielt werden.
  7. Optimal ist es, wenn in der Nähe der Eingänge im Innern des Gebäudes und an der tiefsten Stelle des Hauses jeweils ein Pumpensumpf und Tauchpumpen (am besten in Verbindung mit einem Notstromaggregat) vorgesehen werden.
  8. Wenn Gefahr besteht, dass dennoch Wasser in den Keller eindringen könnte: In jedem Fall alle Stromkreise in den betreffenden Geschossen vollständig ab-schaltbar umrüsten, Elektrogeräte (Waschmaschine, Trockner) aufständern und alles Lagergut in wasserdichten Behältnissen lagern.
  9. Tankanlagen (im Innen- und Außenbereich) gegen Aufschwimmen sichern.
  10. Bäume in unmittelbarer Nähe von Gebäuden und öffentlichen Verkehrsflächen auf Windbruchgefahr hin prüfen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bbk.bund.de und auf der Fachseite des BBK www.bauprotect.bund.de. Aktuelle Wettervorhersagen bekommen Sie unter www.dwd.de.