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Presse - Trainieren bei 900 Grad
Nachricht vom: 20.10.2008
Verfasser: Dirk Ohler

Trainieren bei 900 Grad

Feuerwehr: Brandübungscontainer für Stadt und Kreis Aschaffenburg in Stockstadt vorgestellt - Kosten: 60 000 Euro
Stockstadt Gestern, 10.40 Uhr: Dunkle Rauchschwaden steigen aus einem Container, verfinstern die Sonne am blauen Himmel. Den Autofahrern auf der nahen Kreisstraße AB 16 schwant Unheil. Aber die Befürchtungen, dass es auf dem Kreis-Recyclinghof in Stockstadt brennt, sind grundlos. Die Feuerwehr übte anlässlich der Übergabe des neuen,  Holz befeuerten  Brandübungscontainers den Ernstfall.

 

Rein in die Flammen: Die Wehren in Stadt und Kreis Aschaffenburg haben einen neuen Brandübungscontainer. Er wurde gestern in Stockstadt vorgestellt. Ralf Hettler Stockstadts Kommandant Thomas Barko erläuterte, wie seine Leute das Feuer bekämpfen. Viele Wehrleute aus dem Kreis und der Stadt Aschaffenburg waren gekommen.

 

Neben dem mit Gas befeuerten Container in Goldbach haben die Feuerwehrleute jetzt den nächsten Platz für die Ausbildung der Atemschutzträger in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der Kompostierungsanlage der Stadt Aschaffenburg wurden im Frühjahr die beiden Container aufgebaut. Die komplette Anlage besteht aus dem Brandcontainer sowie einem Vorratsbehälter, um das notwendige Zubehör zu lagern. In Goldbach lernen die Feuerwehrleute das richtige Vorgehen mit dem Strahlrohr bei einem Einsatz in Wohnungen oder Gebäuden.

 

In dem Container in Stockstadt können die Wehren durch die Verwendung von Holz die künstlich erzeugte und für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung erfahren.

 

Hohe Spendenbereitschaft Die Anlage haben der Stadt- und der Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg gemeinsam angeschafft. Es flossen keine Steuer- oder Fördermittel. Erst die Spendenbereitschaft von über 60 Firmen ermöglichten den Kauf, hieß es gestern bei der Präsentation. Dadurch seien 42 270 Euro eingegangen. Einschließlich der Kosten für die Schutzkleidung der Ausbilder und weiterer Nebenkosten beläuft sich die Gesamtinvestition auf 60 000 Euro.

 

Auf die Ausbildung im Brandcontainer haben sich zehn Stockstädter Feuerwehrleute, darunter drei Frauen, in zahlreichen Übungen vorbereitet. Als Trainer fungieren Rainer Griesemer, Michaela Bauer, Claudia Schäfer, Monika Neuendorf, Frank Bott, Florian Debor, Dirk Ohler, Simon Stumpf, Michael Schüßler und Toni Eichhorn.  Für jeden Lehrgang werden von der Stockstädter Wehr vier Ausbilder und zwei Maschinisten benötigt.

 

Zunächst müssen sich die Teilnehmer in der Feuerwache der Marktgemeinde theoretisch auf den Durchgang im Container vorbereiten. Die praktische Übung beginnt im zwei Kilometer entfernten Gelände mit einem Strahlrohr- und Verhaltenstraining. In der Nähe des Feuers ist das richtige Bewegen und Reagieren enorm wichtig. Im Container entstehen im unteren Bereich Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius, die bis an die Decke auf 900 Grad ansteigen können. Ein Höhepunkt der Übung ist eine künstlich erzeugte Flammenbildung im Brandrauch.

 

Landrat Ulrich Reuter zeigte sich beeindruckt von der gemeinsamen Eigeninitiative der Wehren aus Stadt und Kreis. "Ausbilden und Üben sind wesentliche Inhalte bei der Feuerwehr", so Reuter. Das Geld sei gut angelegt.

 

Kreisbrandmeister Frank Wissel begründete die Investition: "Immer mehr in Wohnungen verbaute Kunststoffe und immer besser gedämmte Räume erhöhen die Gefahr einer Rauchgasdurchzündung." Deshalb müsse die Vorgehensweise im Atemschutz intensiv und realitätsnah ausgebildet werden.

 

"Mit Herzblut dabei" Kreisbrandmeister Wissel stellte die Bereitschaft der Stockstädter Wehr heraus, den Unterricht zu übernehmen. "Die Stockstädter sind mit viel Herzblut dabei." Wolfgang Schwarzkopf

 

Quelle: Main Echo vom 20.10.2008