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Übergabe Brandübungscontainer
Nachricht vom: 19.10.2008
Verfasser: Armin Lerch

Bildergalerie Einweihung Brandcontainer

Neue Informationen auf der Homepage zum Brandcontainer

Übergabe des neuen, holzbefeuerten Brandübungscontainer zur Atemschutzausbildung der Feuerwehren in Stadt und Landkreis Aschaffenburg

 

Im Rahmen einer Feierstunde wurde am Sonntag den 19. Oktober 2008 der neue holzbefeuerte Brandübungscontainer den Feuerwehren in Stadt und Landkreis Aschaffenburg übergeben. Stellvertretend für die Feuerwehren aus Stadt und Landkreis bedankte Kreisbrandmeister Frank Wissel bei den zahlreichen Spendern aus Industrie und Wirtschaft. Landrat Dr. Ulrich Reuter freute sich über die in Eigeninitiative der Feuerwehren durchgeführte Beschaffung. Stationiert sind die neuen Container auf dem Gelände der Kompostierungsanlage der Stadt Aschaffenburg. Hier befindet sich bereits auch der Kreisrecyclinghof in unmittelbarer Nachbarschaft. Betrieben wird der Container von den Feuerwehren Aschaffenburg und Stockstadt. Die Stockstädter Feuerwehr übernimmt die Ausbildung der Landkreisfeuerwehren.

 

Nach dem gasbefeuerten Brandübungscontainer in Goldbach wird nun der nächste Baustein in der Ausbildung für Atemschutzgeräteträger in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der Kompostierungsanlage der Stadt Aschaffenburg wurden im Frühjahr die beiden Container aufgebaut. Die Anlage besteht aus dem eigentlichen Brandcontainer sowie einem Vorratscontainer zur Lagerung des nötigen Zubehörs. In dem mit Gas befeuerten Container in Goldbach lernen die Feuerwehleute vor allem das richtige Vorgehen mit dem Strahlrohr bei einem Innenangriff in Wohnungen oder Gebäuden. Durch die Verwendung von Gas, entsteht die jedoch nicht die bei einem Zimmer- oder Wohnungsbrand typische Hitze. Diese wichtige Erfahrung können die Feuerwehrleute nun im neuen Brandcontainer in Stockstadt machen. Durch die Verwendung von Holz wird die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung künstlich erzeugt. Für die Atemschutzgeräteträger ist es wichtig diese Erfahrung vor dem ersten, realen Einsatz zu machen. So können im Ernstfall kritische Situationen sicherer erkannt und entsprechend reagiert werden.

 

Die hier vorgestellte Anlage wurde zusammen durch Stadt- und Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg beschafft. Es wurden hierzu keine Steuergelder oder Fördermittel in Anspruch genommen. Eine gewaltige Spendenbereitschaft von über 60 Firmen aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg machte den Kauf überhaupt erst möglich. Insgesamt 42.270,00 € an Spendengeldern gingen auf dem gemeinsamen Konto ein. Die Gesamte Anlage hat einen Wert von über 60.000,00 €. Hier sind allerdings auch schon die Kosten für die Schutzkleidung der Ausbilder und weitere Nebenkosten für Installationen enthalten.

 

Auf die Ausbildung im Brandcontainer haben sich zehn Stockstädter Feuerwehrleute, darunter auch drei Frauen, in zahlreichen Übungen vorbereitet. Als Ausbilder sind  Rainer Griesemer, Michaela Bauer, Claudia Schäfer, Monika Neuendorf, Frank Bott, Florian Debor, Dirk Ohler, Simon Stumpf, Michael Schüßler und Toni Eichhorn tätig.

 

Für jeden Lehrgang werden von der Stockstädter Feuerwehr vier Ausbilder und zwei Maschinisten benötigt. Die Teilnehmer werden zunächst in der Stockstädter Feuerwache theoretisch auf den Durchgang im Container vorbereitet. Danach geht mit einem Löschfahrzeug auf das ca. 2 km entfernte Gelände der Kompostierungsanlage. Die praktische Ausbildung beginnt mit einem Strahlrohr- und Verhaltenstraining. In der Nähe des Feuers ist das richtige Bewegen und Reagieren von größter Wichtigkeit. Im Container entstehen im unteren Bereich Temperaturen von bis zu 100°C, welche bis an die Decke auf bis zu 900°C ansteigen können. Nachdem im Brandcontainer ein Holzfeuer entzündet wurde geht es mit zwei Strahlrohren unter Anleitung der Ausbilder kriechend in den Container. Durch technische Einrichtung erzeugen die Ausbilder verschiedene Rauchbilder an denen die Teilnehmer lernen den Brandverlauf besser einzuschätzen. Höhepunkt bildet eine künstlich erzeugte Flammenbildung im Brandrauch, welche die Vorstufe des von den Feuerwehren so gefürchteten Flashover darstellt. Mit gezielten Wasserstößen in den Rauch üben die Teilnehmer wie eine solche kritische Situation unter minimalem Einsatz von Wasser wieder unter Kontrolle gebracht werden kann.